Samstag, 17. Dezember 2011

Barranquillanische Deutschstudenten, Deutsche allein zu Haus und Zöpfe

So unser heiß ersehntes verlängertes Wochenende in Barranquilla bei unserer Mentorin Marianella war gekommen. Donnerstag Morgen um 9 gings mit einem Bus ins zwei Stunden entfernte Barranquilla (welches übrigens Shakiras Geburtsort ist :) ). In ihrem Haus in dem sie mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern lebt, gab es auch noch Platz für uns 6 Mädels. 
Den ersten Abend verbrachten wir im Kino. Film: Twilight der Dritte... Der Gruppenzwang siegte und ich musste mich fügen. Aber es war auszuhalten. Doch das Kino war noch viel kälter wie wir es eigentlich gewöhnt sind und auf Julia tropfte es von der Decke :D.
Am Freitag Morgen sind wir mit Marianella, die Deutschlehrerin an der Universität von Barranquilla ist, zur Uni gefahren und waren bei ihrem Deutschunterricht für die Drittsemester Studenten dabei. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und sie haben uns den Campus gezeigt. 


Deutsch-Kolumbianische-Freunde mit Marianella


Nachmittags haben wir uns auch mit ihnen getroffen und sie haben uns eine katholische Kathedrale ein Theater und das Haus des Karnevals gezeigt (in Barranquilla findet übrigens jedes Jahr im Februar ein Karneval statt, der von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und geistigen Kulturerbes der Menschheit erklärt). Danach waren wir noch zusammen Pizza essen. Abends sind wir dann alle (bis auf Julia und Anka) in eine Disco uuuh :D (ein großer Raum mit ein paar Lichtern, Plastikstühlen und seehr lauter Musik) wo wir dann einen kolumbianischen-Tanzstil-Grundkurs bekamen. 




Am Samstag sind wir dann in ein riiesiges Outlet-Center gegangen, wo ich mir doch glatt einen Pulli gekauft hab. Wir hatten eigentlich nur eine gute Stunde Zeit, aber der 70%-DIESEL-Laden hat uns aufgehalten. So kam es, dass wir, trotz schnellem Pfannkuchen-kochen und essen, eine Stunde (!) zu spät zu unserem Treffen mit den nächsten Deutschstudenten kamen. Naja wir sind halt schon zu lang in Kolumbien :D
Die Studenten konnten schon besser Deutsch und wir wurden jeder einem Studenten zugeordnet, bei dem wir eigentlich übernachtet hätten, aber wir haben uns dann entschieden doch eine weitere Nacht bei Marianella zu bleiben und nur vor unserem Besuch auf einer Geburtstagsparty, die Häuser der Studenten zu besuchen. Ich habe mich sehr gut mit den Eltern von Henry, der sehr lang geduscht hat, unterhalten. 
Unser zweiter Tanzabend war schon etwas erfolgreicher, da wir jetzt schon einigermaßen an die Rythmen und Schrittfolgen gewöhnt waren. 
Am nächsten Morgen gings dann wieder mit dem Bus nach Hause. Es war ein sehr spaßiges Wochenende mit sehr netten Leuten. 


Am Dienstag Abend haben Alejandra, Anka, Ich, Katerine und Merly uns zu einem Abschiedseisessen in Crepes & Waffels getroffen. Ich habe mir mit Katerine zusammen ein Schokofondue gegönnt.


Volle Ränzen


Am Mittwoch Morgen hat uns dann unsere geliebte Alejandra verlassen :( 
Sie ist zurück in ihre Heimatstadt Cali gegangen. Und auch unsere Leiter sind zur Zeit nicht da, so waren Anka und ich die letzten paar Tage allein allein. Aber unsere Nachbarin Merly hat uns Gesellschaft geleistet und uns schööne Zöpfe geflochten.





So morgen fliegen wir (Anka, Julia und ich) in den Urlaub. Es geht erstmal nach Bogotá wo wir uns mit 3 anderen Freiwilligen (Doreen, Gerrit und Felix) treffen, die mit uns den Urlaub verbringen werden. Ich werde vorraussichtlich am 9. Januar wiederkehren. 
Ich wünsche euch alle Frööhliche Weihnachten und ein gutes Rütschle!


man merkt doch etwas den
Nordamerikanischen Einfluss

"A guds neichs johr olle mitanond!"
Auch die Sprache Österreichs
ist hier vertreten!
Des hot mi gfreit!


Sonntag, 4. Dezember 2011

Anka spendet an Unbekannt, Graduation & Paintball


Vor zwei Wochen hatten wir ein fast sehr schönes Wochenende. Es war unser erstes freies Wochenende seit sehr langer Zeit und wir haben uns mit unseren Bocachica- und Refugio-Freundinnen getroffen. Es gibt ein kleines leckeres Sandwich-Limonadenrestaurantchen wo wir verweilt haben und anschließend mit unserem Freund Samir noch Kuchenessen. Das Wochenende wollten Anka und ich mit einem schönen Strandsonntag abschließen, doch etwas trübte die Stimmung sehr: Ankas Rucksack mitsamt Inhalt (Foto, Handy, Geld, Handtuch, Kleidung,..) wurde ihr, trotz unserer nur-einer-geht-ins-Wasser-anderer-bleibt-draussen-und-passt-auf-unsere-Sachen-auf-Taktik, von ihrer Seite entwendet. Die arme, doch etwas verstörte Anka hat den voll besetzten Strand ein bisschen aufgescheucht, doch niemand hatte etwas gesehen. Auch die Polizei, die auf einen Anruf hin herbeieilte, konnte, außer unsere Daten auf irgendeinen Fresszettel schreiben, nicht viel für uns tun. Von unseren Arbeitskollegen gabs in den darauffolgenden Tagen ziemliche Vorwürfe, wie z.B: warum wir überhaupt ohne Einheimische an diesen Strand gegangen sind, dass wir niemals Wertsachen mit an den Strand nehmen sollen und den Tipp, dass wir nächstes Mal auf unseren Rucksack draufsitzen sollen. In der folgenden Woche sind wir aber gleich nochmal zu dem Strand aber: es war nichts los und fast ohne Wertsachen.

Dieses Bild wurde mit meinem unter hohem Risiko mitgebrachtem Mobiltelefon aufgenommen.


Das Schuljahr ging gerade zu Ende und vor kurzem hat die Abschlussfeier für die Vorschulklasse stattgefunden. Hierzu musste viel vorbereitet werden und alles schön rausgeputzt werden um die Feier feierlich zu gestalten.
Bald trudelten auch die ersten rausgeputzten Vorschulabsolventen ein und ca. eineinhalb Stunden nach dem „eingeplanten“ Beginn, (sehr normal für kolumbianische Verhältnisse) konnt die Zeremonie mit Liedern, einem ziemlich improvisierten Theaterstück von uns Lehrern (jahaa :)) . der Zeugnisübergabe und anschließendem Perro Caliente Essen (Hot Dog! Die übersetzen hier einfach alles :D )  von statten gehen.






Am nächsten Tag hatte eines unserer Schulkinder, die gegenüber von uns „wohnen“ (eigentlich kann man dieses Ding in dem sie wohnen nicht als Haus benennen: 2 Familien in einem Überdachtem Zimmer, kein Abwasser, die Kinder teilen sich eine Zahnbürste,...) Geburtstag. Zehn Jahre alt wurde unsere Yureimis und wir Lehrer haben mal wieder eine Kuh gekauft! (Die nennen das hier so, wenn jeder einfach ein bisschen Geld gibt, das wirft man zusammen und kauft für alle was zu Essen oder wie in diesem Fall ein T-Shirt und Haargummis für unser Geburtstagskind). Darüber hat sie sich auch sehr gefreut :)



Vor kurzem hat uns unser Freund Samir gefragt, ob wir Deutschen mit ihm Paintball spielen gehen wollen und gestern hab wir das dann auch getan.
Es war ein ziemlich krass kuhles Gelände mit kaputten Autos, Bretterverschlägen, Autoreifen,... und im Tarnfarbenstyle hatten wir schon ziemlich unseren Spaß, auch wenn wir danach sehr verschwitzt und mit blauen Flecken, (keine Farbe :)) ins Zentrum gingen und uns mal wieder ein Sandwich und Eis gekauft haben. Ich glaub soviel Eis wie Ich bisher hier gegessen hab, hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gegessen :) Spaß. Aber ist hier sehr günstig. So jetzt kommen unsere Schüler erst Mal zwei Monate lang nicht mehr. Mal sehn was wir für Aufgaben bekommen. Am Donnerstag fahren wir ins zwei Stunden entfernte Barranquilla wo unsere Mentorin Marianella wohnt. Dort bleiben wir bis Sonntag




Mittwoch, 16. November 2011

Cartagenas Karneval, Nagelkunst & mein erstes Examen

Die spinnen, die Kolumbianer! 
Am 11. November wird hier die Unabhängigkeit von Cartagena gefeiert. Aber ein Tag reicht den Cartagenariern oder Cartagenesen (wie sagt man eigentlich?) nicht. Die ersten zwei Wochen des Monats November müssen dafür herhalten. Also der Karneval in Cartagena ist nicht so wie die Fasnet im schönen Süddeutschland. Anstatt von Konfetti wird man mit Schaum (Spuuumaaa!) aus riesigen Sprühdosen vollgesprüht, der sich aber zum Glück nach kurzer Zeit auflöst und gar nicht so schlecht riecht. Jeden Tag sind im Zentrum der Altstadt irgendwelche Umzüge mit den traditionellen Gewänder aber halt voll so mit Tanz und Wuuuh. Hab mal ein kurzes Video gedreht um euch einen Eindruck zu verschaffen.

Der alles übertreffende Tag war aber der letzte Donnerstag. Da wir nicht, wie vorgehabt, Live bei der Wahl der Miss Colombia, die am Montag hier in Cartagena stattgefunden hat, dabei sein konnten, sind wir zur 'Batalla de Flores'
ein anderer Umzug auf dem die Kandidatinnen für die Misswahl auf so Wägen vorbeifahren und winken und tralalala.  

Die vorherige Reine de Colombia und ihr schaumiges Fußvolk.

Die heutige Bevölkerung hat ihren Spaß darin gefunden, andere Leute z.B uns, mit Farbe vollzuschmieren.

Wir haben uns etwas geschminkt
Aber nicht nur die Farbe, die hinterher auch mit kräftiger Kalt-Handwäsche nicht mehr aus den Klamotten gehen, sondern auch mit Motoröl- oder mit Dreck-Eingeschmierte-Freunde die einen nur für eine Münze nicht umarmen sind der Schrecken des Karnevals. Aber es war doch sehr amüsant.

Zur Erholung haben wir uns am Samstag eine Señora kommen lassen, die ihr Geld mit Nägelsaubermachen und -anmalen verdient. Da wurden mir doch die Füßchen auch endlich mal richtig gewaschen :)
Etwas verwirrt waren Anka, Alejandra und selbst die Malerin bei meinem Wunsch von grünen Fußnägeln, aber ich hab sie dann doch bekommen.



Heute habe ich mein erstes Examen korrigiert. Das Schuljahr ist in vier Abschnitte aufgeteilt und am Ende jedes Abschnittes ist eine Woche in der alle Arbeiten, hier Examen genannte, geschrieben werden. Da ich in der ersten Klasse Englisch unterrichte, musste ich dafür auch ein Examen vorbereiten und heute korrigieren. Über die ein oder andere Antwort muss man da schon schmunzeln oder vielleicht sollte man weinen? Die Wörter werden partu so geschrieben wie man sie ausspricht ;) Aber die werden als richtig gewertet. Sonst hätten auch fast alle Null Punkte. Denen, die leider immer noch nicht Lesen & Schreiben können, habe ich etwas geholfen, aber eine der Nichtschreibefähigen hat mich nicht um Hilfe gebeten, sondern einfach das ganze Blatt mit irgendwelchen Buchstaben ausgefüllt und mir so abgegeben. So sozial wie ich hier ja bin, werde ich ihr nächste Woche noch eine Chance zur mündlichen Abfrage geben.


Und welche Sprache sprichst du?



Mittwoch, 9. November 2011

Geschichte einer Maus

Hola, mein Name Carlos und ich schreibe diese Nachricht aus dem Mäusehimmel.
Ich war eine sehr glückliche Maus denn ich habe gelebt in einer Schule in Kolumbien. Hier gab es immer viel zu Essen. Doch meine Lieblingsbeschäftigung war es, in das Zimmer von zwei Alemanas zu krabbeln. Dort konnte ich alle meine Bedürfnisse ausleben. Ich habe meine Geschäfte in eine große dunkle Hochhaus mit viele weiche stoffige Sachen drin verrichtet, worüber die Bewohnerinnen aber gar nicht erfreut waren. Einmal, als ich gemütlich auf eine flauschige, rote etwas saß, bewegte sich das ganze Stockwerk ins Helle. Als ich nach oben guckte, glotzte mich eine Paar Menschliche Augen direkt in meine Augen. Sie musse wohl mehr Angst vor mir haben wie ich von ihr, und gefolgt von eine hochfrequentige Schrei bin ich raus aus dem Hochhaus unter ein großen Unterstand in dem die Menschen schlafen und durch meine Schlupfeloch nach draußen. Sie haben wohl gesehen wo ich bin gegangen raus und wollten wohl nicht, dass ich sie wiederbesuche denn sie haben versucht die Löcher mit riesige Holzstücke zuzumachen, aber ich kanne mich überall durchquetschen. Zu Essen haben sie dort auch gute Sachen. Gern habe ich auf den stoffigen Sachen gekaut, aber auch Papier hat mir sehr gut geschmeckt. Eine kurze Weile habe ich auch immer in großen Schachteln aus hartem Papier gewohnt. Doch das wurde auch nicht sehr gern gesehen.
Eines Tages roch ich eine superleckere Duft, er kam von einem der Schlafteile. Ich bin also raufgekrabbelt und finde eine braune suße Stück etwas auf Spanisch heißt es Chocolate. Ich habe ein paar Stücke abgebissen und schon hatte ich eine Zuckerschock.
Auch nachts habe ich mich in dem Zimmer umgetrieben, aber eine der Menschen ist von meine rascheln glaube ich aufgewacht und dann musste ich rausgehen.
Ich glaube ich habe es etwas übertrieben, denn vor einer Woche haben sie mir dann eine Falle gestellt. 

Die altbekannte Mausefalle


Aber die kannte ich schon sehr gut. Haha, da haben sie wohl geschaut wie eine Depp, Falle nicht zu, aber die leckere Brot und Schokoladekrümel weg.
Ich glaubte sie hatten aufgehört mich zu jagen, denn in der Falle war nichts mehr zu Essen. Gestern Abend machte ich meine tägliche Runde im Zimmer und als ich gerade rausgehen wollte, roch ich ein Stück Chocolate. Es lag einfach auf dem Boden und ich dachte, dass schnapp ich mir noch. Doch auf einmal konnte ich nicht mehr bewegen meine Füße und meine Schwanz. Ich klebte fest, direkt auf dem Boden und so sehr ich mich auch wehrte, ich kam nicht weg. Nach einiger Zeit vergebliche Versuche ging das Licht an und die Bewohnerinnen kamen nach Hause. Ich bekam Panik und zog und zog, aber ich konnte nicht fliehen. Die Mädchen machten eine große Geschrei aber sie haben sogar noch ein Foto von mir gemacht. 

Hier koennt ihr mich beim kleben sehn


Nach viel hin und her hob eine das Stück Holz, auf dem ich klebte auf und übergab mich der anderen. Ich versuchte weiterhin mich loszureißen doch ich klebte zu stark. Plötzlich stand ich wieder auf dem Boden.
Das letzte an was ich mich erinnern kann war eine dumpfe Schlag auf den Kopf, dann wurde mir Schwarz vor Augen.
Ich hoffe, dass meine Nachfolger nicht auf die Klebefalle hereinfallen.
Euer Carlos

Samstag, 29. Oktober 2011

Semana Cultural

Da in der letzten Woche  zwei Schultage wegen des Regens ausgefallen sind, wurde unsere Semana Cultural von fünf auf drei Tage gekürzt. Es wurden die Länder Deutschland (da wir zwei Freiwillige hier sind), Peru (da unser Leiter und sein Bruder, der Englischlehrer, Peruaner sind) und Kolumbien (da wir uns in Kolumbien befinden) vorgestellt. Jedes Land hatte ein Klassenzimmer zur Verfügung. Anka und ich haben uns entschieden Deutschland anhand der Jahreszeiten vorzustellen, da sie sich sehr von den hiesigen unterscheiden. Also haben wir einen Baum der alle vier Jahreszeiten gebastelt und unser Zimmer dekoriert, besonders der Styroposchnee und die Watteschneeflocken kamen gut an. Dann haben wir noch die besonderen Feste und Kleidung vorgestellt. Auch stand ein typischer Tanz auf dem Programm. Da es in Deutschland nicht so die Tanzkultur gibt wie hier, haben wir uns für einen Walzer entschieden und ihn vorgeführt. Wegen des Männermangels von Seiten Deutschlands war es ein weiblicher Walzer, Männerschritte wurden freiwillig von mir übernommen. Leider wurden wir wegen Zeitmangels (denn wie üblich bei irgendwelchen Veranstaltungen, hat auch diese nicht pünktlich begonnen) oder auch weil wir vielleicht nicht gut genug waren, gebeten vorzeitig aufzuhören. 






Dann sollte jedes Land auch ein landesübliches Essen verkaufen. Die Recherchen unserer kolumbianischen Lehrerinnen, die mit uns zusammen Deutschland vorbereitet haben, ergaben Kartoffelsalat uuund... Döner J
Wir haben uns für ersteres entschieden. Das war gut so, denn wir waren, im Gegensatz zu den Peruanischen Köchen, die ca. zehnmal solang brauchten wie wir, in einer gefühlten Stunde, mit unserem geschmacklich weit an den von zu Hause bekannten Kartoffelsalat herankommenden Salat fertig. Auch den Kindern hat es sehr gut geschmeckt.
Auch die Vorstellungen der anderen Länder waren sehr interessant.
Am zweiten Tag sollten dann Experimente vorgestellt werden. Nicht weiter erwähnenswert, da sich nichts spektakuläres abgespielt hat.
Danach haben einige Schüler ihre Talente wie Singen, Tanzen, Rollschuhfahren, Purzelbäume machen, Fußballspielen  und Seilspringen vorgetragen.
Zum Schluss des zweiten Tages wurden Bilder und Gebastelte Sachen der Kinder für durchschnittlich weniger als 40 Cent versteigert. Am dritten und letzten Tag stand der Sporttag mit Müttern, Lehrern und Schülern an. Angefangen hats mit einer Einheit Aerobic von dem Sportlehrer Henry geleitet. Bei der Luftfeuchtigkeit schwitzt man halt  schon ohne Sport, dementsprechend sind wir dann danach geschwommen.
Dann gabs noch so Spiele wie Seilziehen, irgendwelche Kegel abschießen, mit Eier Ball spielen bis eins kaputt geht und dann haben die Mütter gegeneinander Handball gespielt (kennen die ja hier nicht wirklich, aber da ich gesagt hab, dass ich des spiel, dachten die, des lassen se die Mütter mal spielen) was ziemlich amüsant war, wie die Mütter da rangingen und rumschreien und hinfallen und sich schucken.
Am Ende des Tages gabs dann noch eine Suppe aus Kartoffeln, Yuka,Platanos (Kochbananen) und Fleisch für alle. Wär vielleicht ganz gut gewesen, wenns nicht fast zu wenig gewesen wer und es genügend Besteck und Teller gegeben hätte und die benutzten Styropoteller nicht einfach wiederverwendet worden wären... naja wir sind nicht gestorben.
Jetzt heißts schon wieder Putzen, Kochen, Putzen, Kochen weil wir wieder Wochenenddienst haben, was blöderweise ziemlich oft vorkommt.

Tayrona-Park & etwas unlogische Bauweisen

So jetzt kommt ein langer Blog – Eintrag, da ich alles aufholen muss, was in den letzten zwei Wochen passiert ist und das war so einiges.
Als unsere Leiter aus ihrem Urlaub zurückgekommen sind, gab es an den nächsten zwei Tagen ein Fortbildungsseminar für uns Lehrer zum Thema „Neue Generation“, also wie man mit den Kindern heutzutage umgeht und was sie anders machen als frühere Generationen. Interessant, aber muss ich jetzt hier nicht wirklich ausführlich wiedergeben.
Interessanter war dann schon unser Kurzurlaub im Tayrona-Park. Los gings am Donnerstag Morgen. Bepackt mit unseren Wanderrucksäcken sind wir zu einem Busunternehmen, das uns für umgerechnet 12 Euro ins ca. 4 Stunden entfernte Santa Marta brachte.  Vier Stunden, für uns eine mittelweite Strecke, für die Kolumbianer ein Kurztrip um die Ecke, denn wenn man mit einem Bus nur bis zur Mitte Kolumbiens fahren würde, bräuchte man ca. 24 Stunden. Der Bus war aber sehr modern und eigentlich auch gemütlich, nur haben wir ziemlich gefroren, weil die Klimaanlage doch beachtlichen Einsatz gezeigt hat. In Santa Marta angekommen, hätten wir wahrscheinlich den Bus den wir zur Weiterfahrt in den Tayrona-Park gebräucht hätten nie gefunden, wäre nicht unser Busfahrer so freundlich gewesen und hätte uns zu einem Markt gefahren, wo wir in den schon mehr als abfahrbereiten, weniger modernen aber dafür weniger kalten Bus aufspringen konnten. Nach einer guten Dreiviertelstunde kamen wir an unserem Wunschort an: Eine Finca, 10 Minuten nach dem Haupteingang zum Tayrona-Park (wo wir jeden Tag 35.000 Pesos hätten zahlen müssen), mit nur 3.000 Pesos Einritt, ein größerer und schönerer Strand als im Tayrona-Park, weniger, viel weniger Leute und auch die Übernachtung die wir in Hängematten verbrachten, die uns der freundliche Victor aufgehängt hat, war deutlich billiger. Den Rest des Tages verbrachten wir an „unserem“ Riesenstrand, wo die Wellen aber ziemlich stark waren und gechilltes Baden unmöglich machten, aber es war sehr abenteuerlich. Da es bereits um 18.00 dunkel wird sind wir auch schon immer um diese Zeit in unseren Hängematten gelegen und auch bald geschlafen. Die erste Nacht war nicht sehr angenehm, erstens war es nicht wirklich bequem, da man uns die richtige liegeweise erst am nächsten Tag gezeigt hat und es war eisekalt, da es geregnet hat und wir zwar überdacht waren, aber doch recht an der frischen Luft. Am nächsten morgen sind wir dann mit der Sonne aufgestanden d.h. um fünf.



Wir haben am Strand den Sonnenaufgang beobachtet und dann unser Frühstück, welches wir mitgebracht haben, bestehend aus Croissants aus der verschweißten Tüte, Ananas – Marmelade aus der Tüte und Müsli-Riegel, verspeist. Wir sind dann auch schon früh aufgebrochen um in den Tayrona-Park zu gehen. Mit einem Bus fuhren wir zum Haupteingang, wo wir nun doch die 35.000 Pesos zahlen mussten, aber nur einmal. Die Fahrt zur Mitte des Parks die nötig war, war jedoch kostenlos, da wir auf der Ladefläche eines Pick-Ups, der von Estländern gemietet war von denen einer Deutsch konnte, mitfahren durften. Wegen des starken, nächtlichen Regens waren wir eine der wenigen, die den weiteren Weg zu Fuß antraten und nicht mit einem Pferd wie unsere Estländischen Freunde taten. Als wir schon bald isch Schlamm versanken wussten wir auch wieso, aber es war nicht weiter tragisch. Nach ca. 3 Stunden Urwald-Matsch-Wanderung kamen wir an einem strandgelegenen Campingplatz an. Da wir hier feststellten, dass unser eigentliches Ziel, ein Indianerdorf bestimmt nochmal 3 Stunden entfernt gewesen wäre und wir noch, wie empfohlen wird, vor Einbruch der Dunkelheitzurück sein wollten, entschieden wir uns weiter zu einem anderen Badestrand zu wandern. Dies war eine gute Entscheidung und wir verbrachten einige schöne Stunden dort. 






Die Sonne schien und nun weiß ich, dass man auch auf den Händen Sonnenbrand bekommen kann, obwohl man sich mit Schutzfaktor 30 regelmäßig einschmiert. Unser Mittagessen bestand aus „Frankfurter“ Würste aus der Dose, nicht sehr empfehlenswert, da sehr weich und schwabbelig und auch geschmacklich nicht überragend, und Toastbrot. Da wir dachten, wir brauchen auch wieder 3 Stunden für den Rückmarsch sind wir auch schon wieder zeitig los. Doch wir waren deutlich schneller. Was uns aufgehalten hat, war etwas, dass ich unbedingt sehen wollte, aber nicht damit gerechnet hätte. AFFEN! Wir haben Affen gesehen! Juhuu! 




Wenn wir mit den Pferden geritten wären, hätten wir sie nie erblickt, denn die Pferde der Leute die zurückritten wussten, dass sie sich auf dem Heimweg befinden. Und was passiert wenn Pferde das wissen? Sie rasen wie von der Tarantel gestochen durch den Matsch und von Wurzeln übersäten Weg, den sie kennen, ihre Reiter aber nicht. Und so kam es des Öfteren vor, dass wir ein von Hinten angaloppierendes Pferd hörten und kurz darauf ein angsterfülltes Gesicht eines hilflosen Reiters. Eins besser als das andere.
Zurück in unserer Finca haben wir die Besitzerin besucht (die eine Bekannte von Ankas Oma kennt und worüber wir auch den Kontakt zu der Finca haben), die ein Haus auf einem Hügel hat und ziemlich wahrscheinlich zur besser verdienenden Klasse gehört, wo wir ein bisschen geplaudert und Wassermelone geschmaust haben. Sagenhaftes Hüttchen.  Von ihr haben wir auch den Tipp, dass man sich schräg in die Hängematte legen muss und von unten eine Decke hinlegen muss. Unser Abendessen bestand aus Tunfisch aus der Dose, empfehlenswert da sehr schmackhaft und sättigend, und Toastbrot. Die zweite Nacht war deutlich wärmer. Den nächsten und letzten vollen Tag haben wir an einem Fluss der ins Meer fliest verbracht und sind Wellenachterbahn gefahren. Abends haben wir uns ein Abendessen von dem „Restaurant“ der Finca gegönnt. Sehr empfehlenswert, da auserordentlich leckeres Hühnchenfleisch mit Kokosreis. Die letzte Nacht haben wir dann nicht mehr allein, sondern zu zehnt in unserer Hängemattenhütte verbracht. Zum Frühstück gabs dann Arepascon, für mich sin, Queso und Spiegeleier. Dann haben wir uns auch schon wieder auf den Heimweg gemacht und nach einer langen, aber etwas billigeren Fahrt in einem größeren Bus sind wir dann um ca. 15 Uhr wieder „Daheim“ gewesen. Dort erwartete uns eine nicht so schöne Nachricht: Immer noch kein Internet (eigentlich war es schon 3 Tage vorher angekündigt) und seid 3 Tagen kein Wasser. Das letztere Problem war zwar am nächsten Tag behoben (außer in der Küche gabs erst fünf Tage später Wasser, aber ersteres ist heute noch nicht aus der Welt geschafft. Der nächste Tag war dann zwar noch Schulfrei, aufgrund eines Feiertages, wir jedoch mussten beim Umbau der Bibliothek helfen. Die Hauptarbeit aber leistete eine Gruppe Koreaner aus den USA, die für 4 Tage halfen. Eigentlich wär am nächsten Tag wieder Schule angestanden, aber durch die wirklich heftigen Regenfälle konnte kein Schüler aus dem Haus, was uns weitere Helferstunden in der Bibliothek und beim Kochen (unsere Unter-der-Woche-Köchin wollte bei dem Regen auch nicht aus dem Haus) für 12 Personen, bescherte. Hier einige Dinge, die ich bei der Bauweise der Koreanisch-Amerikanisch-Kolumbianischen Baugemeinschaft etwas unlogisch oder unpraktisch finde: 1. Warum baut Mann eine neue Decke ein, wenn das Dach undicht ist und sich schon nach dem ersten starken Regen nasse Flecken bilden. 2. Warum baut Mann die Decke überhaupt ganz ein, wenn Mann sie zwei Tage später wieder teilweise ausbaut um eine Klimaanlage einzubauen? 3. Warum zementiert man ein Loch zu, wo vorher eine Tür war, um es fünf Tage später wieder aufzureissen und ein Fenster einzubauen? 4. Warum schleppt Mann eine Palette Holz in die Bibliothek, um die Hälfte davon vier Tage später wieder rauszuschleppen? Usw... Manchmal hilft da nur noch Kopfschütteln.
Schüler haben wir mittlerweile wieder, Internet aber immer noch nicht. Jetzt haben wir die „Semana Cultural“ wo Anka und ich mit unseren Schülern Deutschland vorstellen. Mehr davon bald.

Ueberraschungsgeburtstag, Crepes&Waffels

Am Sonntag (9. Oktober) hatte Anka Geburtstag und sie hatte nicht wirklich was geplant und dachte, dass es ein Tag wie jeder andere wird. Haha, da hat sie nicht mit Partyorganisator Lari-Partysafari gerechnet. Und so war sie dann doch sehr freudig überrascht, als wir zum Kochen in die Küche gingen und unsere vier Mitsozialen aus der Nähe hinter der Küchenzeile hervorsprangen.


Die Kuechencrew
Wir haben dann einen zweiten Versuch von Nudeln mit, diesmal wirklich, Tomatensoße gestartet. Uns hats geschmeckt, den Kolumbianern aber glaube ich immer noch nicht (stocherstocher). Zum Essen haben wir uns eine Cola aus der Tienda (so ein Kiosk in der Straße) gekauft. Da es die Nacht zuvor geregnet hat war die Straße doch etwas schlammig. Dies bekam Anne auch gleich zu spüren. Mit vollem Körpereinsatz. Sie hat die Kombination schmieriger Straßenrand + Flip-Flops wohl unterschätzt :D für mich persönlich Lacher des Tages... oder des Jahres. Wahrscheinlich auch für die ganzen Nachbarn, die plötzlich alle an der Straße standen und die arme Anne ausgelacht haben.

Flutsch und Weg
Nach unserem gloreichen Mahl haben wir beschlossen ins Kino zu gehen. Wir waren um halb drei am Kino, und da die Bocachica-Chicas noch ihr Boot erwischen mussten, haben wir beschlossen den nächsten Film anzuschauen der kommt. Dies war „Gigantes de Acero“ (Real Steel) von dem keiner von uns weder etwas gehört noch eine Vorschau gesehen hatte. Das einzige was wir beim Kauf sahen, war eine große Pappfigur eines Roboters. Doch jegliche Befürchtungen Anka’s von irgendwelchem Sciencefiction-Schrott wurden nicht erfüllt. Es war ein grandioser Film. Er spielt im Jahr 2020 und handelt von einem Jungen, der nach dem Tod seiner Mutter einen Sommer zu seinem Vater, den er noch nicht kannte muss, bevor er zu seiner Tante zieht. Sein Vater versucht sein Geld mit Robot-Boxing zu verdienen. Es kämpfen zwei riesige Roboter die von Menschenhand über Fernsteuerung bewegt werden gegeneinander. Der Vater verliert in kürzester Zeit zwei Roboter die sehr teuer sind. Sein Sohn ist ein großer Robot-Boxing Fan und als sein Vater und er auf einem Schrottplatz nach neuen Teilen für den Roboter seines Vater suchen, findet er eingegraben im Sand einen älteren, aber ganzen Roboter, den er herrichtet und tatsächlich noch funktioniert. Der Roboter kann nicht nur mit der Fernsteuerung bewegt werden, sondern er macht auch die Bewegungen des Jungen nach. Er und sein Vater, der mal Profiboxer war, „trainieren“ den Roboter. Der Junge bringt ihm Tanzen bei, so laufen sie immer zum Kampf ein. Am Schluss werden sie von den Besitzern des unbesiegten Zeus herrausgefordert....Der Film war auf Englisch mit Spanischem Untertitel und ich muss sagen ich hab alles verstanden und ich will ihn mir auf jeden Fall irgendwann nochmal anschauen. Im Kino wars aber ziemlich kalt und nächstes Mal zieh ich mir Wollsocken an J

Das Einzige was wir von dem Film davor gesehen haben :)
Als wir dann wieder zu Hause beim Abendessen waren, hat dann auch noch mein organisiertes Feuerwerk stattgefunden (eigentlich wars eine Propagandaveranstaltung einer der politischen Parteien, die ihre Wähler mit Geschenken wie T-shirts, Nahrungsmitteln oder Feuerwerken zu beeinflussen versuchen), aber hat ganz gut gepasst.
Am Montag Morgen waren Anka und ich einkaufen für unseren Ausflug in den Tayrona Park von dem ich nächste Woche berichten werde. Das Essen hier ist echt teuer. Allgemein ist Cartagena die teuerste Stadt Kolumbiens. L Mittags sind unsere Leiter Hugo & Lourdes von ihrem dreiwöchigen Texasurlaub zurückgekommen und es gab ein richtig gutes Essen. Nachmittags sind Anka und ich ins Crapes&Waffels gegangen und haben uns einen Nutella-Bananen-Crepe gegönnt und dazu gabs Frischgepresste Fruchtsäfte (Mandarine und Maracuja sooo lecker) für eine Person nur ca. 4 Euro. Jammijammi da gehen wir noch öfters hin.

Freitag, 21. Oktober 2011

Hoffentlich Ausnahmezustand

Hallo Freunde,
wie ihr sicher festgestellt habt, hab ich schon laenger nichts mehr neues geschrieben. Das liegt daran, dass wir in unserem Colegio seit fast zwei Wochen kein Internet mehr haben und die Reperateure nicht kommen. Jetzt soll das Internet gekuendigt werden, und ein neuer Anbieter gefunden werden, man weiss leider nicht wielang das dauert. Warum ich jetzt Internet habe? Weil es gegenueber eine Moeglichkeit gibt ins Internet zu gehen. Die hatten aber wegen den wirklich richtig starken Regenguessen die es zurzeit hat auch sehr lange kein Internet. Nicht nur viele Teile Cartagenas sind ueberschwemmt, sondern auch viele Teile Kolumbiens, so das es unmoeglich ist aus dem Haus zu gehen. Man denkt sich vielleicht, warum gehen die Leute in Kolumbien nicht zum Arbeiten oder in die Schule wenns regnet, die sind doch faul, aber es ist wirklich unmoeglich. Die Strassen verwandeln sich in kuerzester Zeit in reissende Fluesse und leider haben wir uns noch kein Boot angeschafft. Waere eine Ueberlegung wert... Ich hoffe, dass ich bald wieder eigenes Internet habe, weil hier in dem Internet"Cafe" hab ich keinen Spass und es ist sehr langsam. Ich kann euch berichten, dass ich einen schoenen Kurzurlaub im Tayrona Park hatte und auch gut wieder zurueckgekommen bin, Bilder davon gibt es hoffentlich bald, daheim gab es zwar wie oben beschrieben viel Wasser, aber es kam nicht aus den Stellen aus denen wir es gerne haetten: Kein Wasser in Dusche, Toilette, Kueche, nirgendwo. Zum Kochen wurde das Regenwasser in Toepfen aufgefangen...
Aber es geht uns einigermassen gut :)
Ich hol die ganzen Geschichten und Bilder nach wenn wir Internet haben. Abwarten und Tee trinken... haha mit welchem Wasser?

Samstag, 8. Oktober 2011

Erste Hilfe Kurs, Ausräumaktion & Barney

Juhuu! Ein verlängertes Wochenende steht vor der Tür.

Doch was passiert uns?
Nach unserem Motorradunfall, 
den wir nur knapp überlebt haben, 
wurden wir ordnungsgemäß verbunden..

Spaaaß :) ... am Freitag hatten wir anstatt den zwei letzten Schulstunden einen "Erste Hilfe Kurs" hier an der Schule für die Lehrer. Soviel dazu gelernt hab ich jetzt nicht wirklich, aber es war sehr amüsant. Als erstes haben wir gelernt, wie man einen Knoten macht. Erst rechts über links, dann links über rechts. Eigentlich ganz einfach, manch einer hatte aber seine Schwierigkeit damit... Dann haben wir uns gegenseitig die Arme verbunden und wir wissen jetzt auch, was man machen muss, wenn sich jemand die Beine bricht:


Einfach die Beine zusammenbinden :)




Heute Morgen mussten wir zusätzlich zu unserem Wochenenddienst die "Bibliothek" ausräumen. D.h. aus einem Ein-Raum-Haus alles was drin war raustun und woanders hin. Mal sehn was daraus wird. Die bisher darin wohnenden Mäuse Fiep & Fieper haben keine Miete gezahlt und mussten deswegen ihr Leben lassen. 


Der Nachbar hat sie mit der Hand erschlagen

In der letzten Woche hab ich mir ein Helfer für meine Englischstunden gebastelt.

Sockenhandpuppe Barney

Barney sein Name. In der ersten Stunde hat es auch ganz gut geklappt. In der zweiten Stunde wurde er schon fast erwürgt. Mal sehen was in der dritten Stunde passiert. 

Diese Woche haben wir es endlich mal auf den ständigen Markt "Basurto" der im Reiseführer etwa so beschrieben wird: Auch wenn man nichts kaufen möchte, muss man ihn mal gesehen haben. Ich weiß nicht auf welchem Markt der Autor des Reiseführers war, aber ich hab fast nichts gesehen, was ich jetzt unbedingt nicht kaufen will. Es ist alles sehr günstig erwerbbar und es gibt einfach alles! Ich denke, da werde ich noch oft hingehen und das ein oder andere Scheinchen liegenlassen. Ziemlich sicher schon sehr bald, da meine beste Hose einen mysteriösen Riss hat, den ich mir nicht erklären kann & mein Unterhosenbeutel auf noch mysteriösere Weise verschwunden ist. Ob eine Ameisenkolonie ihn fortgetragen oder aufgegessen, Hunde ihn entwendet oder unser Zimmer ein schwarzes Loch hat ist noch nicht geklärt. Mehr können Sie in der nächsten Ausgabe von "Die mysteriösen Fälle des Sherlock Larissa Holmes Stellbauer" lesen.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Fisch im Taxi & Fieber

Da das letzte Wochenende sehr verregnet war, konnten wir erst am Dienstag ans Meer. Wir sind an einen Strand, der nicht wirklich touristisch belebt war und auch nicht so schön, aber wir waren im Meer :) Als wir aber losfahren wollten, kamen unsere Nachbarskinder und ihre Mutter die uns beim Taxi rufen helfen wollten und noch voll viele andere Leute -> Tumult. Es lief darauf hinaus, dass die zwei Nachbarmädels, die bei uns in die 3. + 4. Klasse gehn, mit uns ins Taxi gehüpft sind und wirs sie mit zum Strand genommen haben :D. Fanden wir erst auch nicht weiter schlimm... Das Meer war badewannenwarm. Nach einer Weile, als wir wieder gehen wollten, haben die Mädels schätzungsweise 20,

ungefähr 15 Zentimeter große, Fische angeschleppt!
Soo wie gedenkt ihr euch die mit heim zu nehmen? Also nicht in meiner Tasche...
Nach kurzer Überlegung wurden die Fische in ein nasses T-shirt gepackt. Ein kleines Problemchen war dann die Heimfahrt. Irgendwie mochten die Taxifahrer hier keine nassen Mädchen (sie haben nämlich in Klamotten gebadet) mit einem Sack voll Fischen mitnehmen. Einer dann doch, er legte aber auch eine Plane über die Sitze. Wahrscheinlich hat er aber die Fische noch nicht gesehn, denn nach zwei Minuten fahrt, frug er, ob wir Fisch dabei haben. Wurde auch sofort zugegeben. Erst wollte er, dass die Fische aussteigen, aber er hat sie dann doch auch mit genommen, aber nur mit offenen Fenster und so kamen wir alle gut zu Hause an. Naja mehr oder weniger gut. Ich hab noch am selben Abend (halbe Stunde später) 40 Grad Fieber und Durchfall bekommen. So musste ich am nächsten Tag zwar nicht arbeiten, aber immer möchte ich das auch nicht haben. Anka hat das Gleiche dann am Mittwochnachmittag erwischt & so wird vermutet, dass wir uns irgendwas an dem Strand eingefangen haben. Nächstesmal gehen wir an Touristrand J Am Donnerstag gings uns aber wieder so gut, dass wir zu unserem letzten Spanischkurs gehen konnten und die leckeren Hamburger von Ricardo essen konnten.

Der Burger

Dieses Wochenende müssen wir zum ersten Mal den Wochenenddienst übernehmen, d.h. alle Aufgaben, die unter der Woche aufgeteilt werden, müssen am Wochenende von zwei Personen gemacht werden. Also Kochen und Putzen :D aber es ist gar nicht so schlimm wie ich dachte.

Sonntag, 25. September 2011

San Felipe, Salsa de Tomate, Tänze, Erstklässler & Grüllerai

Puuuh, jetzt hab ich schon ziemlich lang nichts mehr geschrieben, das muss ich jetzt erstmal alles nachholen. Also wo waren wir stehen geblieben.
Beim DAS gab es keine Probleme wegen dem falschen Einreisestempel und so haben wir in ca. 4 Wochen unseren Ausweis.
Am Mittag des 14. Septembers, waren wir mit Daniela auf der Festung San Felipe, die  im 16. Jh. Gebaut wurde um die Stadt vor Angriffen über Land und See zu schützen.

San Felipe, Daniela, ich und Anka (von links)

Am Donnerstag haben wir uns wieder einmal mit unserer Mentorin Marianella, den Mädels aus Bocachica und Julia zum Spanisch lernen getroffen. Diesesmal wollten wir uns selber etwas zum Mittagessen kochen  und zwar Spaghetti mit einer Gemüse-Tomaten-Soße. Problem: Anka und ich sollten die Zutaten dafür einkaufen. Als wir dann feststellten, dass Salsa de Tomate nicht Tomatensoße, sondern Tomatenketchup heißt, versuchten wir die „Soße“ irgendwie noch mit Wasser und viel Gemüse zu retten, aber es hat nicht wirklich so seeehr gut geschmeckt, und unsere Kolumbianischen Mitesser hatten ihren ersten deutschen Kulturschock :D Ricardo, in seinem Haus findet unser Spanischkurs statt, hat uns daraufhin angeboten, dass er nun immer für uns kochen kann & wir haben schon sein erstes Mal genossen und werden es bald wiederholen.

Am Freitag waren wir dann auf der Insel Tierra Bomba, wo das Fischerdorf Bocachica liegt in dem unser erstes Mentorentreffen und gleichzeitig das letzte Treffen der bisherigen Freiwilligen stattfand. Wir sind mit einem vollgestopften Boot für 4000 Pesos und einem Affenzahn übers mehr gedüst, waren dann an einem Strand auf der Insel und haben dort auch gebadtet. Es ist sehr schön in der Sozialstation von Bocachica, wo die Maria, Anne und Elvira wohnen und arbeiten, aber ich bin schon froh, dass wir in Cartagena wohnen. Wir durften dann auch dort übernachten und sind am nächsten morgen wieder nach Hause gefahren.

Bocachica

Abends war dann ein Treffen von allen Ministerien (Colegio, Refugio, Bocachica,... wo wir alle arbeiten) zum Anlass des Amor y Amistad (Liebe & Freundschaft) Tages. Jedes Ministerium hat eine Region Kolumbiens vertreten und vorgestellt mit Liedern oder Tänzen. Wir hatten die Insel San Andres und anscheinend wird dort Reggae getanzt und somit haben wir einen Tanz vorgeführt, den Henry (der Sport- und Informatiklehrer unserer Schule) mit uns einstudiert hat. Sehr spaßig. Dann gab es dort noch Spezialitäten des Landes zu essen -> sehr lecker.


Am Sonntag mussten wir dann Gitti und Daniela nach Deutschland verabschieden, jetzt  sind nur noch Anka und ich Deutschsprecher und auf uns allein gestellt. Dafür durften wir jetzt in ihr Zimmer, wo wir vorm Regen geschützt sind. 
Dann hat auch schon unsere richtige Arbeitswoche angefangen... ich muss in der ersten Klasse helfen, und ich muss leider feststellen, dass sie irgendwie nicht auf mich und ihre Klassenlehrerin hören. Ich muss zwar nur helfen, dass sie stillsitzen und zuhören aber das ist eine doch sehr anspruchsvolle Aufgabe. Meine erste Helferwoche hab ich schon überstanden und sogar mal ein bisschen Englisch „unterrichtet“ , aber nach 5 Stunden bin ich dann doch recht ermüdet. Darum haben wir unter der Woche auch nicht viel unternommen. Am Dienstag haben wir uns auf dem Elternabend der Schule vorgestellt. Also ich versteh die Kinder hier ja schon einigermaßen schlecht, aber die Eltern... eine Mutter wollte ich dann nicht zum 3. Mal fragen was sie gesagt hab, dann hab ich einfach versucht rauszuhören ob sie eine Frage stellt oder nicht und mit „mmh“ oder „ahamm“ am Gespräch teilzunehmen. So hab ich auch schon meine erste Nachhilfeschülerin in Englisch bekommen :D Die Englische Aussprache ist für die Kinder hier sehr schwer, aber ich glaub auch für die Erwachsenen :D Gestern, also am Freitag, haben wir gegrillt. Catherine, Wilmer und ich waren in unserem Barrio (Viertel) unterwegs und sind irgendwo rumgelatscht und dann einen Grill ausgeliehen. Ein Paar Schülerinnen, die gegenüber wohnen, haben uns dann auch noch Kohle vorbeigebracht. Nach vielem Sauerstoffzuwelden mit Topfdeckeln haben wir es dann auch geschafft ein ordentlich heißes Feuerlein hinzugriegen und ich war mal wieder der Grillmeister, so war gesichert, dass das Fleisch auch gut wird ;)


Die Essgesellschaft


Das Essen

Heute morgen war ein Konzert für die Kinder der Schule von Omar und Cesar die hier bald die Schule von Jugend mit einer Mission beenden. 




Mittags gabs dann Fisch und viel Regen. 


Fisch mit Reis -> achwas, ganz neu

So jetzt hab ich von den letzten zwei Wochen berichtet :) 
Morgen muss ich Klassenzimmers putzen... juhu :) und wenns schön Wetter ist, gehen wir ans Meeer!

Mittwoch, 14. September 2011

Abschiedsfeier, Lehrerausflug, deutsche Fußballkunst & Stromausfall

Unser zweites Wochenende war sehr erfolgreich. 


Am Samstag Morgen haben wir zum ersten Mal unsere Wäsche gewaschen. Es gibt hier zwar eine Waschmaschine, die darf aber nur von den Leitern hier benutzt werden. So werden wir wohl 52 Stunden dieses Jahres (wenn wir jedes Wochenende 2 Stunden) mit Waschen verbringen & zwar von Hand. Die Kleidung geht dadurch anscheinend schnell kaputt und der Cartagenaische Kleidungsmarkt ist doch nichts so günstig wie ich es mir erhofft hatte. 



Schön sortierte, eingeweichte Wäsche

Ein altes Waschweib

Als wir uns von der Erschöpfung durch die Wäscherei einigermaßen erholt hatten, sind wir pünktlich um 18 Uhr auf der Abschiedsfeier von Gitti, Daniela & Larissa (die Freiwilligen, die das letzte Jahr hier waren) in einem "Büro" in einer anderen Schule erschienen. Obwohl ich 2 mal nachgefragt habe, wann die Abschiedsfeier beginnt, war in dem Haus in dem sie stattfinden sollte keine Menschenseele, nur ein Sportkanalzeigender Fernsehr lief in dem ansonst doch sehr dunklen Raum. Nach kurzem Sprach- und Ahnungslosem herumstehen, kam ein junger Mann angelaufen, der uns sagte, dass die betroffenen Personen noch in einem anderen Haus wären und dort noch Vorbereitungen treffen.




Blick von dem Ort wo wir waren auf die Stadt :)



Dort angekommen, trafen wir auf 3 noch ziemlich am Anfang der Vorbereitung stehenden Deutschen(!), die sich wohl schon ziemlich an die "Zeitplanung" unserer Südamerikanischen Freunde angepasst haben. Als die Feier dann, nachdem wir noch Plätzchen gebacken und Salsa(?) getanzt haben und noch geduscht und Fingernägel lackiert wurde, um 20 Uhr anfing, kann ich sagen, dass Unpünktlichkeit bei Südamerikanern nicht wirklich ein Vorurteil ist...




Plätzchen backen

Die Feier war dann aber ziemlich lustig und wir haben auch schon neue Leute kennengelernt, die hier studieren oder bei JUCUM (Jugend mit einer Mission) arbeiten und auch echt nett sind. 




Darf ich bitten?

Elli, Ich & Kolumbien





Am nächsten Tag stand der Lehrerausflug auf dem Programm. Ja, Lehrer :) Schon vom ersten Tag wurden wir von den Kindern Seño (Abkürzung für Señora) genannt, was sie hier zu den Lehrerinnen sagen. Zwar waren nicht alle Lehrer dabei, aber die wo dabei waren hatten doch sehr viel Spaß. Zuerst sind wir mit einem "Colectivo" ca. eine halbe Stunde zu einem mmh wie soll ich es nennen, Naturbad? Waldspielplatz? ... namens Matute gefahren. Dort haben wir Wasser"futbol" was eher zu Wasserrugby umschlug gespielt, die ganzen Schwingseile usw. ausprobiert, zusammen Mittaggegessen, den Tag "Amor y Amistad" sowas wie den Valentinstag für Freunde und Verliebte zusammen gefeiert (aus dem Grund der Ausflug auch stattfand) d.h. an seinen Wichtelpartner wurden kleine Geschenke ausgetauscht und zuletzt waren wir noch an zwei Seen. Man konnte in den Schlauchbootsee und mit einem Schlauchboot rumfahren oder man konnte in den Spielzeug-Parcoursee.
Ja es war ein ziemlich spaßiger Ausflug und das alles nur für 20.000 Pesos also nur 8 Euro!!




Baden in einem Pool

schwingen an einem Seil
Schildi in der Wiese

Der Seespielplatz

Abends waren wir dann noch auf der "Reunion familiares" dem Sonntagabendgottesdiensttreffen der JUCUM-Leute. Danach sind wir noch mit ihnen auf ein "Fußballspiel" von irgendwelchen Bekannten von denen mitgegangen. Als wir gerade wieder gehen wollten, haben sie uns gefragt ob wir 3 Deutschen (Anka, Daniela und Ich) gegen 6 Mädels von Jucum spielen wollen. Haben wir natürlich getan. Zuerst haben wir noch eine der Jucummädels ins Tor bekommen, doch als wir viel zu gut waren, haben sie uns die auch noch abgenommen. So hieß es 3 Alemanas gegen 6 Columbianas. Doch auch barfuß auf Teerboden kam den "Columbianas" nicht zur Hilfe & ich glaube Deutscher Fußball hat hier nun einen recht guten Ruf... (wir haben sie ziemlich abgezockt :) ). 

Am Montag morgen war ich in der ersten Klasse um bei den Examen mitzuhelfen. Das erste Examen verlief noch relativ ruhig und ich habe die Befürchtung, dass die erste Klasse, sagen wir mal sehr "aktiv" ist, verworfen. Doch beim zweiten Examen, nach der Pause, konnte sie nichts mehr halten... es dauerte erst mal mindestens eine dreiviertel Stunde, bis die Klasse einigermaßen beruhigt war, und das Examen beginnen konnte. (zuvor blieb niemand sitzen, alle schrien rum, es wurde sich geprügelt, ...) Mal sehen, wie ich mich schlage, wenn ich mal alleine unterrichten muss...

Mittags dann, der große Regen. Dazu, Stromausfall. Und zwar von mittags 12.30 bis nachts um 1 Uhr. Da es um ca 18 Uhr dunkel wird, bleibt einem nichts anderes übrig, als ins Bett zu gehen.

Heute mussten wir nicht in den Unterricht, da wir noch Besorgungen für unsere ID-Card die wir hier brauchen, machen mussten. 
Blutgruppenherausfindung: Man geht in einen Laden, in dem man auch Kopien und Fotos machen kann, wird in einen Hinterraum geführt, bekommt einen Pieks in den Finger (den deutsche Blutgruppenherausfinder wirklich zärtlicher hinbekommen), 3 Blutstropfen werden auf einer Glasplatte mit 3 verschiedenen Flüssigkeiten vermischt und schon hat man seine Blutgruppe.
Morgen müssen wir zu dem Institut, das uns unsere ID-Card ausstellt. Problem: Bei der Einreise hat ein Beamter wohl ausversehen den Datumsstempel falsch eingestellt, und somit bin ich laut Stempel schon einen Monat länger in Kolumbien und normalerweise muss man Strafe zahlen, wenn man sich hier nicht nach zwei Wochen anmeldet... oh oh... ich hoffe ich kann es mit Hilfe meines Flugtickets noch hinbiegen. Mehr wissen wir morgen.